KI liefert Antworten auf alle nur denkbaren Fragen zum Thema Führung. Sekundenschnell, in der gewünschten Ausführlichkeit, jederzeit und kostenlos. Wozu braucht es da überhaupt noch Führungsseminare, sind sie noch zeitgemäß in Anbetracht der allzeit verfügbaren Information?

Macht KI Führungsseminare überflüssig?

Meiner Überzeugung nach sind viele Führungsseminare im klassischen Stil tatsächlich durch KI weitgehend ersetzbar. Wenn der Fokus eines Seminars oder Trainings auf der Vermittlung von Wissen und Kenntnissen zum Thema Führung liegt, kann AI dies inhaltlich mindestens genauso gut und zusätzlich mit den ob beschriebenen Vorteilen. Werden im Seminar reihenweise Charts mit Informationen gezeigt, ist der Nutzen eines Führungsseminars aus meiner Sicht eher fragwürdig, denn die Teilnehmenden sind ja nicht zum Lesen in das Seminar gekommen.

Warum bleiben Führungstrainings aktuell?

Das bedeutet jedoch nicht, dass Führungsseminare überflüssig werden. Vielleicht sogar im Gegenteil: Gut gestaltete Workshops und Trainings habe nicht nur nach wie vor ihre Berechtigung, sie sind sogar eine hervorragende Ergänzung zum Selbstlernen mit KI. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Viele Menschen lernen Dinge lieber von anderen Menschen als durch Lesen oder hören.
  • Der Austausch in der Gruppe ist ein wesentliches Element, das die KI in dieser Form nicht bieten kann.
  • Übungen und Rollenspiele sind im Seminar besser abbildbar.
  • Manche Menschen benötigen den sanften Gruppendruck, um auch einmal etwas Neues auszuprobieren.
  • Ein Mensch kann im Gegensatz zur KI ein sehr gutes Gespür für die Bedürfnisse der Teilnehmenden entwickeln und den Trainingsablauf darauf anpassen.

Wie bleiben Führungsworkshops relevant?

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Trainer und Moderator haben sich einige wichtige Erfolgsfaktoren herauskristallisiert, die zwar schon immer wichtig waren, durch die Möglichkeiten der KI aber noch mehr Bedeutung gewonnen haben. Dies sind vor allem:

  • Ein vollständig interaktiv gestaltetes Seminar
  • Wissen nicht konsumieren, sondern selbst erarbeiten bzw. vorhandenes Wissen aktivieren
  • Keine PowerPoint Charts, sondern interaktive Medien wie Whiteboards, Flipcharts, Pinnwände (auch virtuelle)
  • Fokus auf dem moderierten, zielführenden Austausch untereinander sowie auf Selbstreflexion
  • Arbeit an konkreten Beispielfällen aus der Führungspraxis der Teilnehmenden
  • Eine überzeugende Haltung des Trainers oder der Trainerin, die vermittelt, dass er oder sie engagiert hinter den Inhalten steht.
  • Eine vertrauensvolle Atmosphäre, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich zu öffnen und zu experimentieren
  • Spaß bei der Arbeit in der Gruppe, angeregt und gezielt gesteuert von der Seminarleitung.

Auf diese Weise können Führungsseminare, die dann eher einen Workshopcharakter haben, eine perfekte Ergänzung zum selbst gesteuerten Lernen mit KI sein. Der Fokus im Führungsworkshop ist dann nicht Wissen zu vermitteln, sondern vorhandenes Wissen gemeinsam zu reflektieren, zu verankern und zur Anwendung zu bringen.